Freitag, 3. Juni 2016

Saudis

Merkwürdigkeiten von der "Terrorfront"...
                                    Zwei Meldungen, die aufhorchen lassen


Gestern ergötzte uns die Medienlandschaft mit der ganz und gar furchterregenden "Neuigkeit",  dass die deutschen Ermittlungsbehörden einen Terroranschlag in Deutschland, und zwar in Düsseldorf am Rhein verhindert hätten.
Aufgrund eines Geständnisses eines mutmaßlichen Mitgliedes einer "Terrorzelle" konnten die Behörden zuschlagen. Der Terroranschlag soll von der Führungsebene der Terromiliz "Islamischer Staat" in Auftrag gegeben worden sein. Der jetzt bekannt gewordene "Kopf" der Terrorgruppe soll sich den französischen Behörden in Paris gestellt haben und dort ausgesagt haben, wobei er dann auch die Namen der Komplizen nannte. "Wohnhaft" soll der 25jährige "Saheh A." übrigens in einer Flüchtlingsunterkunft im niederrheinischen Kaarst gewesen sein. Warum er für seine Aussage jedoch in die französiche Hauptstadt fuhr, ist völlig rätselhaft. Was steckt denn nun dahinter? Dazu möchte man doch gerne mehr wissen.

Die zweite "Neuigkeit", die soeben das Licht der Welt erblickte, ist folgendes aus der "Frankfurter Rundschau". Dort ist heute zu lesen: Die Saudis sollen "9/11" finanziert haben. 
Dabei geht es um den Inhalt eines Untersuchungsberichts des US-Repräsentantenhauses und des US-Senats aus dem Jahr 2002. Bob Graham, Mitglied der US-Demokraten,  war zu der Zeit der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses und hatte uneingeschränkten Einblick in die Dokumente. In der veröffentlichten Version des Abschlussberichts gibt es einen geschwärzten Abschnitt, der 28 Seiten umfasst. Nach Grahams Angaben enthält  das vom damaligen Präsidenten George W. Bush als geheim eingestufte Kapitel aber brisante Informationen über die Unterstützer des Anschlages.
„Ich bin zur Geheimhaltung verpflichtet und darf nicht über Details sprechen“, stellte Graham gegenüber der Sendung „Monitor“ vom WDR klar, „aber ich kann sagen, dass sich die 28 Seiten vor allem um die Frage drehen, wer 9/11 finanzierte, und dass sie sehr stark in Richtung Saudi-Arabien verweisen.“
In der Version des Berichts, den die US-Regierung veröffentlicht hat,  hätten die 19 Flugzeugentführer autonom gehandelt. Doch das ist falsch, behauptet Graham: „Ich glaube, es gab eine systematische Unterstützung für die Leute. Sie sprachen nicht sehr gut Englisch, die meisten lebten nie zuvor in den USA, sie waren nicht sehr gebildet.“
Eingebunden in die systematische Unterstützung soll nach Grahams Aussagen auch die saudische Regierung, das saudische Ministerium für Islamfragen, sollen saudische Wohltätigkeitsorganisationen gewesen sein. Darüber hinaus gehe laut Graham es auch um „Diplomaten, sowohl im saudischen Konsulat in Los Angeles, als auch an der Botschaft in Washington, und weitere saudische Staatsbürger, die auf die eine oder andere Weise an der Finanzierung der 9/11-Attentäter beteiligt

Da bleibt doch mehr als eine Frage offen. So z.B. diese hier: Was wird uns eigentlich täglich erzählt, oder besser gesagt, was wird uns alles nicht erzählt, jeden Tag?

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Sonntag, 27. September 2015

Michel, der Träumer

Michel Träumer, der Deutsche, träumt er immer noch?

Der kleine Michel, der tief träumende Deutsche, war er nicht neulich von seiner lieben Mutti höchstpersönlich wieder in den sicheren Schlaf gewiegt worden? Doch, aber schon wieder einmal wurde sein tiefer, fester Schlaf gestört und Michel wachte auf. 

Was aber war passiert?

Draußen brauste ein Raunen durch das Land, hinundher gerissen zwischen der neuen Wohltätigkeit und der alten Unfreundlichkeit, die sonst in seinem Lande die Menschen ausmachte, jedenfallse die meisten von Ihnen. Die Fensterläden waren aufgeprungen und der Wind peitschte den Regen durch die kalte Nacht, ohne auf die Menschen der Flucht Rücksicht zu nehmen. Züge rollten auf Eisenbahnen und Busse brummten durchs Land, gefüllt mit Menschen, deren Augen große Hoffnung und ebensolches Bangen zeigten. Besonders bei den Kindern, die da unterwegs waren.

Die alte Hausmeisterin Raute, auch Mutti genannt, hatte mal wieder ihre Fahne in den Wind gehängt und so bemerkt, daß der Wind sich gedreht hatte. Mit großem Trara und viel Getöse trappelten Menschen aus fernsten Ländern durch die Weiten der Nachbarschaft und rüttelten auch an den Toren zu Michels geliebtem deutschen Lande. Wie kam es aber, daß die Tore weit aufstanden und des Michels Landesgenossen applaudierend am Wegesrande standen?

Ja, das konnte nur die Frau Raute sein, die dahinter steckte. Wieder einmal hatte sie eine ihrer vielen Meinungen geändert, und urplötzlich entschieden, die Grenztore aufzumachen und die vielen Menschen hereinzulassen. Der Michel aber, der nicht wusste, ob er sich fürchten oder freuen sollte, der stand da mit offenem Mund und sagte keinen Ton mehr. Nein, einen ganz kleinen Ton ließ sich doch noch vernehmen vom Michel: "Wie sollen wir das denn nur schaffen"? fragte er sich und die, die um ihn herum standen und ebenso wie er staunend die Geschehnisse betrachteten. Aber Michels Mutti verkündete im barschen Ton: "Wir schaffen das!" Wen sie aber mit "wir" genau meinte, das sagte die Meisterin der Raute aber eben nicht, und so blieb Michel und seinen Landesgenossen nur die Vermutung, dass sie wohl selbst gemeint seien. 
Gewiß, es war bestimmt ganz gut, daß mit den vielen ankommenden Menschen auch ein anderes Lüftchen im Lande wehte, darüber freute sich der Michel auch sehr. Aber er machte sich über die vielen Leute Gedanken, die mit unfreundlichen Mienen und ebensolchen Worten und sogar noch böseren Taten den "neuen" Menschen entgegentraten.  Mutti hat doch gesagt, daß das nicht mehr "ihr Land" sei, wenn wir das nicht auf die freundlichen Arte und Weise hinbekämen. Hatten diese Menschen das denn nicht verstanden? Wollten sie das nicht verstehen, oder sie es gar nicht verstehen, selbst wenn sie es wollten?
Der Michel hätte sich so gerne wieder seiner Lieblingsbeschäftigung hingegeben, dem Schlaf! Aber das war ja nicht mehr möglich, bei den immer neuen Ereignissen. Der Michel fragte dann doch einmal: "Wie, ja wie denn, sollen wir das denn schaffen können?" Das sagte die alter Hausmeisterin in etwas freundlicherem Tonfall: "Also Michel, wir hier in Deutschland können und wollen vor allem ja lieber nichts gegen die großen Machtwichtel und ihre Kriegsspiele unternehmen, denn wir liefern ja nur die Waffen und sonst haben wir ja nichts zu melden und zu sagen, wir sind ja so klein und schmächtig und vor allem ganz allein, nicht wahr? Und wir sind auch so bequem und abhängig gemacht worden, dass wir leider immer mitmachen müssen. Und jetzt dürfen wir die Menschen aus den Ländern aufnehmen, in denen andere Wichtel Krieg führen, mit dem überhaupt kein Interesse uns verbindet. So tragen wir selbst zur Politik der großen Wichtel unsern Anteil bei, ob wir das wollen oder nicht."
Der Michel hatte das wohl alles gehört und auch verstanden, aber zunächst sagte er erstmal nichts, er wollte erst dem Getöse, Getrappel und Volksgemurmel  lauschen, das vor seinem Fenster zu hören war. Dann aber fasste er sich ein Herz und fragte die Raute rundheraus: "Und wenn wir die schlimmen Wichtel davon jagen und unsere Regierung selbst in die Hand nehmen, dann könnten wir es doch besser machen, und vor allem die vielen Kriege beenden!"
Davon wollte Mutti aber gar nichts wissen. Sie schloß die Fensterläden und löschte das Licht, damit der liebe Michel bald wieder schlafen konnte. Sie ging an sein Bett, deckte in gut zu mit seiner schönen Decke, summte noch schnell den Anfang eines Schlafliedes, und ging eilends hinaus.
Den auf solche Fragen konnte die Hausmeisterin nicht gut antworten, denn in Wirklichkeit ging es ja nicht um Menschenrettung, sondern wie immer nur um die Spiele der großen Wichte, die sich bestimmt nicht von einem Michel Träumer von ihren Zielen abbringen lassen würden. Dazu musste hin und wieder mal ein neues Theaterstück auf die Bühne gebracht werden, damit niemand merkte, was hinter den Kulissen gespielt wird. Denn das sollte auf jeden Fall vor den Augen des Michel verborgen bleiben.

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Montag, 21. September 2015

Nur Säbelrasseln oder "Krieg in Sicht"?

Was soll man nur davon halten. Deutschland läßt über den baltischen Staaten seine "Eurofighter" mit voller Kriegsbewaffnung patroullieren und Moskau will in Weißrussland einen Luftwaffenstützpunkt errichten.

Das kann man ja kaum verantwortliche Politik nennen, wenn denn überhaupt "Politik"! Im Syrienkonflikt beginnt man wieder langsam miteinander zu reden, und in Osteuropa zeigt man einander die Zähne. Wie soll das zusammen passen?
Die Nato hat sich unter amerikanischer Führung -entgegen alter Zusagen- bis an die Grenzen Russlands ausgedehnt, und tut so, als ob Russland darauf nicht reagieren dürfe. Das ist doch immer noch die Denkungsart des Kalten Krieges, ja eigentlich das Denken des Neunzehnten Jahrhunderts, das alte Spiel um Einflusszonen und Macht. Konfrontation statt Kooperation herrscht vor und bestimmt das Handeln. Insofern hat sich nichts Wesentliches geändert.
Was genau sich sowohl rund um die Ukraine und vor allem im Nahen Osten zusammenbraut, wissen wohl nicht einmal die Götter, sprich die Geheimdienste des Oval Office. In Amerika ist ja wohl eher der Meinung mit "fuck the EU" die richtige Haltung und Vorgehensweise gefunden zu haben. Man macht sein altes Machtspiel mit den großen der Welt und gibt keinen Pfifferling auf die Interessen des kleinen und mittleren "Mächte" dieser Welt. Die Folgen von Amerikas unverantwortlichen Kriegen werden Anderen aufgebürdet, was kümmert es den Redneck in der US-Provinz, was Europa will.
Ja, was will Europa nur?
Sich auseinanderdividieren lassen? Sich vor den Karren Amerikas spannen lassen? Nein, die Position haben wir schon. Europa, vor allem Deutschland, darf die finanziellen, humanitären und gesellschaftlichen Folgen der amerikanischen Politik ausbaden und macht dann auch noch mit bei der Provokation Russlands, wo doch jeder weiß, daß es ohne Russland nicht gehen kann. Man braucht Russland in Europa, also die Europäer brauchen es, und man braucht Russland im Nahen Osten.
Und was macht die Merkel-Regierung? Sie läßt deutsche Kampfflugzeuge in voller Kriegsbewaffnung über dem Baltikum fliegen, weil wir ja NATO-Mitglied sind, und unbedingt die Interessen Amerikas verteidigen müssen.

Alles andere wäre ja "amerikafeindlich"!

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Samstag, 11. Juli 2015

Was will Deutschland mit und in Europa?

Was will Deutschland in und von Europa? Will dieses Land den Frieden erhalten oder als Hegemon den Rest des Europas -mal wieder- gegen sich aufbringen? Und was hat die deutsche Führungsschicht in Politik und Wirtschaft aus der Vergangeneheit gelernt, bzw. was will sie daraus lernen?

Neulich verglich doch tatsächlich ein leider einflussreiches Massenblatt aus diesem Lande die Frau Kanzlerin selbigen Landes mit Otto von Bismarck, wenn man nicht gar von gleichsetzen sprechen muss. Mal abgesehen von der Frage, ob die Mehrzahl der Schreiber dieser "Zeitung" die historischen Konnotationen dieses "Vergleiches" im Blick hat oder haben können, muss man sich allerdings fragen, wie geschichtsvergessen und geschichtsunwissend die hochwohlmögenden Damen und Herren Redakteure dieses Blattes mit den großen Buchstaben sein können bzw. sein müssen, um einen solchen Unsinn zu schreiben und es auch noch wagen zu können, diesen zu veröffentlichen.
Bismarck und Merkel, das bringt man beim besten Willen nicht zusammen. Solcher Art "Vergleiche" sind so sehr an den Haaren herbeigezogen, daß bei den Autoren derartiger "Vergleiche" auch keine Haartransplantationen mehr helfen können. Bismarck war aus tiefster Seele ein in der Wolle gefärbter Preuße durch und durch! Und gerade das ist Frau Merkel nicht. Als Preuße kam für Bismarck Preußen zu erst, aber von dem Zeitpunkt der Reichsgründung an, war für ihn klar, daß Deutschland saturiert war und seine Politik war ab sofort auf Ausgleich in Europa ausgerichtet. Man nannte ihn daher in dieser Zeit auch einen "ehrlichen Makler". Wenn auch neuerdings diese -einfache- Sicht der Bismarckschen Politik eingeschränkt wird, da er natürlich zuerst die Interessen Deutschlands im Blick hatte, aber genauso die Interessen seiner Gegenüber, so bleibt eines trotz allem festzuhalten: In der Politik kommt es wohl überwiegend darauf an, wie mein Gegenüber mich wahrnimmt und über mich denkt.
Und genau das kann man von Frau Merkel eben nicht sagen: Daß sie sich genau darüber überhaupt Gedanken macht, in diesem engeren Sinne jedenalls. Angetrieben von den Stammtisch-Politikern ihrer Partei, vor allem aber von denen aus Bayern unter Führung des famosen Herrn Seehofer -der mit dem irren Lachen- , betreibt sie Politik im Sinne von "ich-muss-es meinen-Wählern-unbedingt-und-unter-allen-Umständen-recht-machen", und nicht im Sinne von politischer Führung: eben diese würde ja zunächst mal bedeuten, eine Lösung im Visier zu haben. Und als Zweites müsste die Dame davon überzeugt sein, dass das, was sie im Visier hat, es wert ist, daß sie die Menschen und auch gerade die ihrer eigenen Partei davon überzeugt, daß eben diese Lösung anzustreben sei, auch unter eigenen Opfern, und selbst um den Preis eines Wahlmisserfolges.
So könnte Politik aussehen. Sogar in Deutschland. Nicht undenkbar, wie ich meine. Wenn man sieht, oder wenn man es gesehen hat, mit welchen Widerständen Willy Brandt und Egon Bahr zu kämpfen hatten, um die von ihnen als richtig erkannte Politik, die Ostpolitik, gegen die erbittersten Widerstände gerade aus Frau Merkels Partei durchzusetzen, dann erkennt man zweifelsohne, woraus Politik bestehen kann und woraus nicht.
Das dazu.

*

Zum Schluss noch einige Zeilen zu einem ähnlich gelagerten Thema. Neuerdings geht ja das Narrativ vom Hegemon Deutschland in Europa um. Nicht zuletzt ein deutscher Professor der Politikwissenschaft macht sich da ja einen Namen, Herfried Münkler heißt er wohl,
Nur: Auch hier ist eine abgrundtiefe Geschichtsvergessenheit und eine ebensolche -unwissenheit zu konstatieren. Selbst die Ausrede, daß ein solcher Hegemon, seine eigene Verletzlichkeit erkennend, nicht als solcher auftreten könne, überzeugt nicht. Wer die Erzählung vom Hegemon in Umlauf bringt, der muss doch irgendeinen Gedanken dabei gehabt haben. Welcher anderer Gedanke soll das gewesen sein, als den Begriff überhaupt erst ins Gespräch zu bringen? Hier wird auf andere Art und Weise um die Herrschaft in den Köpfen gekämpft, in dem man Begriffe kreiert und ebensolche besetzt. Das was hier betrieben wird, ist das billige Spiel derjenigen, die auch CSU-Chargen aus der 1., zweiten und dritten Reihe einsetzen, um ihre vordergründigen Interessen durchzusetzen. Der Hegemon Deutschland hat schon oft genug Unheil in Europa angerichtet, als das auch nur eine Minderheit in Europa eine solche Rolle Deutschlands akzeptieren würde. Und die Unkenntnis über diese Zusammenhänge, genauergesagt die Unfähigkeit der deutschen Politiker, genau das zu erkennen, wird Deutschland isolieren, also im Endergebnis den Interessen Deutschland widersprechen. Das kommt eben davon, wenn man einer Partei den freien Lauf läßt, in der es zum guten Ton gehört, unter Alkoholeinfluss andere Menschen im Straßenverkehr zu Tode zu fahren, um anschließend mit gut dotierten Posten belohnt zu werden. Denn genau darum geht es diesen Leuten: gute dotierte Posten zu ergattern, Politik und deren Inhalte interessieren diese Leute nicht wirklich, sie dienen nur diesem einen Zweck.
Somit dient dieser Herr Professor nur diesen vordergründigen Interessen einiger Weniger. Wie armselig. Und der wird auch noch aus Steuergeldern bezahlt! Dieser Professor dient letztlich nur den Feudalinteressen einiger Weniger in dieser Welt, und nicht Deutschland, nicht Europa und nicht den Menschen hier!

Die deutsche Führungsschicht hat also unter Anleitung Merkels aus der Entwicklung der letzten 115 Jahre nichts gelernt, weil sie offenbar nichts lernen wollen. Lieber den Hegemon -mit 2 Billionen Euro Schulden- herauskehren, als zu erkennen, daß man sich nicht alle zum Feind machen kann. "Viel Feind, viel Ehr' ", das war einmal ! Heute gewinnt man damit keinen Blumentopf mehr!

Armes Deutschland.

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Freitag, 12. Juni 2015

Michel Träumer ist ein Deutscher!

Im weiten Rund des wogenden, wütenden Weltgeschehens sitzt einer ganz verloren und alleine. Es ist der kleine Michel, Michel Träumer heißt er und kommt aus Deutschland. Er ist gerade mal wieder aufgewacht aus seinem tiefen Schlaf und schönem Traum.

Und das kam so:

Er schlief so tief wie lange nicht mehr und träumte von der gerechten Welt, in der es nicht nur Verbündete, sondern sogar Freunde gibt. Von einer Welt, wo keiner dem anderen ein Leid antut oder gar ein Geheimnis verrät oder ausspioniert. Alle arbeiteten zusammen für den Weltfrieden und niemand ist dem anderen gram und böse. Michel Träumer tauchte immer tiefer in diesen phantastischen Traum hinab und traf sich mit allen wichtigen und großen Leuten, die ihn in seinem Traum bestärkten. "Es ist alles zum Besten bestellt in dieser guten Welt", sagten diese hohen Herren und Damen zum kleinen Michel und lächelten ihn wohlwollend an. 

Aber urplötzlich, wie aus dem dunklen Nichts, polterte es an Michels Haustür und Fensterladen, es war ein Wind, Sturm sogar, der an seinem Heim zerrte und einen fürchterlichen Lärm machte. Das Fenster schlug auf, die Gardinen bauschten sich auf im Wind und der kleine Michel riss die verträumten und verschlafenen Augen auf, die er sich erstmal kräftig rieb, um klar sehen zu können, was da auf ihn eindrang. 

Es war die Wahrheit! Die schonungslose Offenbarung aller Dinge, vor der sich der Michel schon immer gefürchtet hatte. Aber die Wahrheit wich nicht von ihm, setzte sich sogar auf seine Bettkante und begann sogleich zu erzählen. Fing an von all den Missetaten, von denen es zu berichten galt und zuerst raunte sie dem Michel ins Ohr: "Die Welt ist schlecht!" Aber dann hub die Wahrheit an und holte weit aus: Sie erzählte dem Michel von bösen Mächten, die mit Lug und Trug, mit Diebstahl und Raub, und bösem Gerede ihr Dasein fristeten. Ja, gerade jetzt, so erzählte sie dem Michel, ist es besonders schlimm. Erst habe sie erfahren müssen, daß einjeder im Michelland "abgehört" werde und auch die Nachbarn und Freunde des Michel darunter zu leiden hätten. Ja, sogar Landsleute des Michel hülfen dazu, dass die Fremden ihr frevelhaftes Tun ungestört und erfolgreich betreiben könnten und rühmten sich dessen auch noch. Ein großer Schaden sei schon entstanden und die Nachbarn und Freunde würden schon unruhig und beschwerten sich bei der alten Hausmeisterin, die Michels Träume so gnadenvoll bewachte.

Und nun musste die Wahrheit dem Michel das Schlimmste sagen! "Du hast Leute gewählt und schickst sie in die große Stadt und dort in das alte Haus mit dem halben Ei auf dem Dach". "Ja, sagte der Michel erfreut, "die kenn ich, die sollen für mich das Land regieren und aufpassen, daß uns niemand ein Leid antut." Sogleich unterbrach ihn die Wahrheit, und eröffnete dem Michel, dass auch dort im hohen Hause kein Vertrauen mehr herrsche. "Ja, aber warum denn nur?" rief der kleine Michel aus. "Weil auch dort heimlich gelauscht wird!", tat ihm die alte Wahrheit kund. Alles würde ausgespäht und mitgehört, aufgeschrieben und weggetragen, erzählte ihm die Wahrheit. Michels Mund stand offen, seine Ohren konnten nicht glauben, was sie da hörten und er schlotterte am ganzen Körper vor Angst und Schrecken, die ihm mächtig in die Glieder gefahren waren. "Was soll nur werden?", rief er aus. Die Wahrheit schwieg und wollte sich zum Gehen wenden. Aber ein letztes Mal schaute sie dem kleinen Michel Träumer tief in die Augen und raunte geheimnisvoll: "Bald wird's einen großen Schlag geben und viel Geschrei, und einjeder wird durcheinander laufen, wie die Hühner im Hof, wenn der Habicht kommt." 

Im selben Moment ging mit großem Radau Michels Zimmertür krächzend auf und herein trat die alte Hausmeisterin Raute, scheuchte die Wahrheit zum Fenster hinaus, verschloss die Fensterläden und bettete den kleinen Michel Träumer wieder tief und gemütlich in seine Kissen und sagte streng, aber so liebevoll, wie sie gerade nur konnte: "So, jetzt schlaf wieder schön weiter, kleiner Michel. Die Mutti ist bei dir und passt auf, das du schön träumen kannst. Und ich vertraue dir noch an, was du nie vergessen darfst: "Ruhe ist die erste Bürgerpflicht!". 

Mit diesen Worten ließ sie den armen Michel Träumer allein zurück in seinem Zimmer und ging rasch zu ihren Freunden aus aller Welt, den Zauberern und Wahrsagern, den trickreichen Künstlern, den Geschickten und Gesalbten und all den anderen, die sich für ebensolche Wichte der Macht hielten. Die ganze Nacht lachten und scherzten sie zusammen und freuten sich ihres Wohllebens, das ungestört so wie immer weiterging, denn Michel Träumer und seinen Genossen in den vielen anderen Kinderzimmern der großen, weiten Welt ging es allen gleich: Sie wußten, daß es etwas Wahres in der Welt wohl gibt, hatten davon auch schon selbst gehört, alleine die Träume waren soviel stärker und die Wahrheit wurde ja auch einjedesmal davongejagt von den Machtwichteln dieser Welt, dass für immerdar der tiefe Traum von was auch immer, aber eben ein Traum, die Menschen band und lenkte.




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Dienstag, 2. Juni 2015

Gabriel, Minister der Wirtschaft, wiegt uns alle in den Traum, 
       daß TTIP keine Rückschritte für unsere, auch europäischen Normen  bedeute! 
                               Das ist doch schön zu wissen, daß wir uns in so
                                          guten Händen befinden.


Sigmar Gabriel, der einst in Berlin als "Siggi Popp" verspottet wurde, hat ja eine eindrucksvolle Geschichte in Sachen TTIP hinter sich:

- Im Januar 2015 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos bezeichnete Gabriel die Kritiker an TTIP bzw. ganz Deutschland als "reich und hysterisch". Dafür danken wir natürlich recht herzlich. So wissen wir wenigstens wie die Regierenden über uns Regierte denken. Sehr aufschlussreich. Nochmals vielen Dank, Herr Gabriel!

- Auf einer Konferenz in Berlin sagte Gabriel, daß Deutschlands Zustimmung zu TTIP noch keineswegs sicher sei. Auch ein Nein sei keineswegs ausgeschlossen: „Ich bin nicht sicher, ob wir am Ende ein Handelsabkommen hinkriegen.“ Viele Bedenken der TTIP-Gegner seien jedoch grundlos. Gabriel sagte, daß kein Gesetz oder Verbraucherschutz in Europa durch TTIP ausgehöhlt werde. Umgekehrt könnten deutsche Autobauer bei der Angleichung von Standards Milliarden sparen, wenn sie bei jedem in die USA verkauften Auto künftig nicht mehr andere Blinker und ähnliches einbauen müssten.

Wir wollen das Ganze hier abkürzen, denn nach dem was Gabriel auf dieser Konferenz in Berlin sagte, ist für jeden auch nur normal begabten Betrachter klar, um was es einfach und ausschließlich geht. Milliarden sparen! Andere Blinker in Autos einbauen, wird uns als Grund verkauft! Wir müssen ja ziemlich dumm sein in den Augen der Gabriels da oben. Geradezu für saudumm müssen die uns halten. Es geht einfach nur Gewinnsteigerung und zwar mit buchstäblich allen Mittel. Und wenn z.B. in der Produktion nichts mehr eingespart werden kann, dann muss man natürlich die Gesetze ändern. Ist ja klar! Wir passen die Realität an, so wie wir sie haben wollen! Und nicht uns an die Realität, wieso denn auch?

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Freitag, 29. Mai 2015

Ein Brite zu Besuch in Berlin

David Cameron, seines Zeichens frisch gekürter Wahlsieger aus dem ehemaligen Mutterland der Demokratie, war heute zu Besuch bei Frau Merkel in Berlin. Da trafen sich zwei, die beide zu mehr als Nachdenklichkeit Anlass geben.

Während Cameron sich auf einer Werbe-Tour durch verschiedene europäische Hauptstädte für seine "Reform"-Forderungen befindet, ist Merkel in Berlin im Begriff ihre vorgebliche Glaubwürdigkeit zu verlieren.
Cameron kam nach Berlin, um seine Forderungen nach Änderungen an den EU-Verträgen zu promoten. Der britische Premier versprach auf Drängen des EU-feindlichen Flügels seiner konservativen Partei den britischen Wählern, dass es in spätestens zwei Jahren eine Volksabstimmung über Großbritanniens Verbleib in der EU geben wird - und Cameron machte die Befürwortung der weiteren britischen Mitgliedschaft davon abhängig, dass die EU britischen Reformvorstellungen folgt. Cameron will, populistisch angetrieben, z.B. für EU-Bürger den Bezug von Sozialleistungen in Großbritannien einschränken, was aber zu einer Einschränkung der Freizügigkeit innerhalb der EU`führen würde. Dieses Unterfangen wird aber u.a. vom EU-Mitglied Polen abgelehnt. Dazu sagte der Europaminister Rafal Trzaskowski im britischen Sender BBC: "Vertragsänderungen oder die Einführung diskriminierender Regelungen sind rote Linien für Polen. Falls jedes Land mit Sonderwünschen für die EU-Politik kommt, wäre das das Ende der europäischen Konstruktion, sie würde zusammenbrechen", warnte der polnische Minister. Merkel hat laut vorliegenden Meldungen Cameron zwar Gesprächsbereitsschaft, aber keine Änderungen an den Verträgen fest zugesagt.
Aber fragt auch einmal irgendjemand ein bisschen weiter, über den "Tellerrand" der populistischen Forderungen der cameronschen Wahlkämpfe hinaus, was die beiden, Merkel und Cameron verbindet?
Camerons "Groß-" Britannien ist mit seinem Geheimdienst GCHQ neben dem amerikanischen NSA einer der Hauptakteure in der weltweiten Abhörorgie, die immer noch in Berlin hohe Wellen schlägt. Und Cameron ist es, der in seimem Land quasi die Gedankenpolizei einführen will, "natürlich" nur um den "Terrorismus" zu bekämpfen. Kommt er damit durch, wird in Großbritannien die altbekannte Kategorie des "Gedankenverbrechens" eingeführt. Und Merkel? Das ist die Frau, die uns weiß machen wollte, es gäbe bald ein "No-Spy"- Abkommen mit den USA! Und Frau Merkel? Hat Sie das auch mal angesprochen? Hat die aberwitzige Spionagegeschichte unter "Freunden" jetzt bald mal ein Ende? Stattdessen wurde die Zeit mit dritt- und viertrangigen Problemen verplempert, die genaugenommen gar keine Probleme sind, sondern nur aufgebauschte Wahlkampfsprüche eines "konservativen" Politikers sind. Statt also Herrn Cameron bei der Umsetzung seiner dümmlichen Wahlkampfversprechen zu helfen, sollte die Frau Bundeskanzlerin mal ihren Amtspflichten nachkommen und dafür sorgen, daß die flächendeckende Ausspähungs Deutschlands und Europas ein Ende hat. Das wäre mal Politik.

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Samstag, 23. Mai 2015

Washington clappert gegen Merkel-Regierung

Die Regierung von Barack Obama hat in Person ihres Geheimdienstdirektors James Clapper ihren Unmut über die Merkel-Regierung zum Ausdruck gebracht. Auf die Deutschen sei kein Verlass mehr, äußerte sich James Clapper in einer als "geheim" eingestuften Weisung.

James Clapper. 74 Jahre alt, beklagte in dem Dokument davon, daß geheime US-Dokumente aus dem deutschen Untersuchungsausschuss kontinuierlich an die Medien weitergegeben würden. Die USA haben bereits gemeinsame Projekte und geplante Kooperationen mit dem BND gestoppt. Clapper nannte dem Dokument zufolge auch die Option, Überwachungsmaßnahmen an andere befreundete Dienste zu übertragen. Es seien bereits gemeinsame Projekte und geplante Kooperationen mit dem BND gestoppt worden. "Was die deutsche Regierung da veranstaltet, ist gefährlicher als die Snowden-Enthüllungen.", wird ein US-Geheimdienstler den Angaben zufolge zitiert.
Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wird in deutschen Sicherheitskreisen davon ausgegangen, dass US-Dienste weiter Informationen weitergeben, besonders, wenn es sich um konkrete Anschlagsplanungen handelt. Dennoch sei die Stimmung schlecht und die Skepsis gewachsen. Zudem sei die teilweise Einstellung der Kooperation am Horchposten Bad Aibling insbesondere wegen der Bedrohung durch die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat ein erhebliches Problem. Im Streit über die Geheimdienstkooperation mahnt der Vorsitzende im NSA-Untersuchungsausschuss Patrick Sensburg (CDU), nicht Ursache und Folgen zu verwechseln: „Auslöser war ein gigantischer Datenabfluss bei der NSA, nicht beim BND.“ Gemeint ist hier wohl der "Verrat" des Whistleblowers Edward Snowden, ohne den wir von der gigantischen Über- wachungsorgie der Amerikaner mit tatkräftiger Unterstützung aus Deutschland nie etwas erfahren hätten.

Abseits von der Frage, wie diese angeblich "geheime" interne Weisung an die Öffentlichkeit gekommen ist -ein Schelm, wer Böses dabei denkt-, ist diese Entwicklung sowohl eine interessante, aber auch vorhersehbare Entwicklung in der NSA-BND-Merkel-Affaire. Denn eines muss jedem klar sein: Die USA sind so seit vorgedrungen in ihrer herrschenden Stellung -schon seit langem-, daß es nur zwei Möglichkeiten gibt: "Weiter so" à la Merkel oder raus aus dem Mist, also ein Ende mit Schrecken, aber ein gesundes!




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Freitag, 15. Mai 2015

Wiegelte das Bundeskanzleramt bei Wirtschaftsspionage ab, und wenn ja, warum?
 - USA verlangten Zugriff auf alle "ungefilterten" Informationen-

Nach mehreren übereinstimmenden Medienberichten gab es bereits im Jahre 2008 konkrete Hinweise des Bundesnachrichtendienstes auf Spionage gegen deutsche Unternehmen. Das Bundeskanzleramt und damit die Regierung wiegelte aber ab, als ihr diese Hinweise vorgelegt wurden.

Die US-Geheimdienste hatten Ende 2007 angefragt, ob die Zusammenarbeit mit dem BND bei der Überwachung eines Datenknotenpunktes in Frankfurt am Main vertieft werden könnte.  Der BND habe daraufhin an das Kanzleramt geschrieben, dass die US-Seite darauf bestehe, "alle (ungefilterten) Informationen zu erhalten".
Wie "Zeit-Online" schreibt, hielt die Regierung im Jahre 2008 die Mahnung des BND für übertrieben. Der BND hatte an das Kanzleramt geschrieben, daß "Wirtschaftsspionage drohe" und auf die damit einhergehenden Gefahren und Schäden für die europäische Wirtschaft hingewiesen, zitiert der "Spiegel" aus den Regierungsdokumenten. Der BND habe die Regierung nach diesen Dokumenten auf das "Risiko innereuropäischer politischer Verwerfungen aufmerksam gemacht." Seitens der Amerikaner sei "eine ,hidden agenda' für möglich bis wahrscheinlich" zu halten, teilte der BND der Regierung außerdem mit; dazu zählten auch "industriepolitische Interessen".
Das Bundeskanzleramt habe jedoch auf der Zusammenarbeit mit den US-Geheimdiensten bestanden, berichtet der Spiegel. In einem Vermerk an den Kanzleramtsminister  de Maizière heißt es, man gehe davon aus, "dass andere deutsche Sicherheitsbehörden dies anders bewerten". Sollte der BND bei seiner Haltung bleiben, werde man sich "argumentativ wappnen müssen". Als Kompromiss einigten sich beide Seiten darauf, die enge Kooperation mit der NSA fortzusetzen - an Datenkabeln außerhalb Deutschlands. 
Muss man daraus nicht schlussfolgern, dass es sich nicht primär um einen BND-Skandal, sondern um einen Regierungsskandal allergrößter Ordnung handeln muss?
UND: Wenn die Regierung Spionagehinweise des eigenen Geheimdienstes vom Tisch wischt, dann muss man doch wohl nach Verantwortungen und Motiven fragen und forschen. Und wo bleibt die zuständige Staatsanwaltschaft?

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Mittwoch, 13. Mai 2015

Frau Merkel wg. NSA und BND zurücktreten? 

Wozu das denn? 

Wer so etwas fragt, hat Merkel und das deutsche Volk nicht verstanden. Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, hieß es schon 1807 nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon, als dieser vor dem Einmarsch in Berlin stand.

Und das war damals noch von "oben" per Dekret verordnet worden. Vom König Preußens höchstpersönlich. 

Heute, lange Zeit und eine Reihe von geschichtlichen Umbrüchen später, hat der deutsche Michel das Motto von 1807 so sehr verinnerlicht, daß er flehentlich danach verlangt, daß die Regierung Ruhe und heile Welt vorgauckelt, niemand muss heute mehr "Ruhe" von "oben" anordnen, sie wird "unten" gelebt und geliebt. Man möchte sich nicht mit Details beschäftigen und man möchte nichts wissen. 

Da können "befreundete" Nationen auf deutschen Boden tun und lassen, was sie wollen, und die Merkel-Regierung ignoriert das nicht nur mehr oder weniger erfolgreich, nein, sie trifft damit auch noch den Nerv der Mehrheitsbevölkerung. Der deutsche Michel will in seinem Fantasia-Land nicht mit Problemen behelligt werden. Außerdem hat man ja eh "nichts zu verbergen". 

Merkel und Co. werden dabei belegbar erwischt, daß sie für ihre billigen Wahlkampfzwecke gelogen haben, und zwar wiederholtermaßen. Egal, sagt der kleine Mann auf der Straße, behelligt mich nicht mit der Wahrheit, das ist mir alles zu anstrengend.

Eine Regierungschefin, die ihre Versprechen nicht hält -"in Deutschland gelten deutsche Gesetze" (nicht wörtlich wiedergegeben)- und damit ihren Amtseid verletzt, in dem es u.a. heißt:

"...Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen,..."

ist also für das deutsche Volk tragbar.  Daraus muss man gezwungenermaßen Rückschlüsse auf den vorherrschenden Charakter im selbigen Volk ziehen. 

P.S.: Es gab da ja mal einen Bundeskanzler, der wegen einer Spionageaffaire zurückgetreten ist. Für die war er noch nicht einmal verantwortlich, aber das waren andere Zeiten und Charaktere.

P.P.S.: Ach ja: heute steht kein Napoleon vor den Toren Berlins wie 1807, sondern der Geheimdienstschlapphut hat das Ohr an der Leitung. Das ist ja nicht mal halb so schlimm!

Aber ist die Bedrohung nicht vom selben Kaliber?


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Dienstag, 5. Mai 2015




Ist Wilhelm II. schuld gewesen?               - 1.TEIL -

Wilhelm II., der während seiner Herrschaft stets mit „Imperator – Rex“ unterschrieb, war im Jahr des Kriegsausbruchs 1914 bereits 26 Jahre Kaiser. Im Jahr zuvor hatte man ihm zum „silbernen“ Thronjubiläum noch reihenweise Denkmäler errichtet und Lobeshymnen gesungen, ganz im Sinne des deutschen Untertanengeistes. War er die treibende, gar alleinige Kraft, die den Beginn des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren forcierte, oder taumelte man „schlafwandelnd“ in den Abgrund?

  1. Beinahe-Totgeburt, schwierige Kindheit und gestörtes Verhältnis zur Mutter

Wilhelm II., mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen, wurde zunächst ohne Lebenszeichen am 27. Januar 1859 in Berlin, Unter den Linden, im heute noch stehenden Kronprinzenpalais geboren. Erst das beherzte Handtuchschlagen auf das Kind durch die Hebamme weckte die Lebensgeister in dem Neugeborenen. Die schwierige Geburt -als Steißlage- hatte zur Folge, daß das Kind und spätere Kaiser zeitlebens einen behinderten Arm hatte, der auch noch operativ z.B. durch Nerventrennung behandelt wurde. Seine Mutter, Victoria, war die Tochter der englischen Königin Victoria, daher auch die Namensgebung u.a. auch mit dem Namen des Großvaters und Ehemanns der englischen Königin Prinz Albert. Die Mutter war verheiratet mit dem späteren 99-Tage-Kaiser Friedrich III., der aufgrund starken Rauchens an Kehlkopfkrebs starb.
Seine Mutter hatte es als „Engländerin“ -so bezeichnete man sie am preußischen Hof- mit ihren Vorstellungen, Preußen nach englischen Vorbild umzugestalten, trotz gelegentlicher Unterstützung durch ihren Mann keinen Erfolg und war schnell isoliert. Für ihren Sohn hatte sie auch große -wohl zu große- Pläne als zukünftigen Thronerben, Wunschvorstellungen einer ehrgeizigen Mutter, die dem Sohn zeitlebens im Wege standen, da er hin un hergerissen war zwischen Englandhaß und dem Bemühen es genau diesem England gleichzutun und es zu übertreffen. Nach jahrelangem Hausunterricht -dessen Lehrer auch später noch Kontakt und Einfluss am Hofe und zu Wilhelm hatte- besuchte Wilhelm ein Gymnasium in Kassel und studierte in Bonn, inklusive Mitgliedschaft in einer Burschenschaft, allerdings dauert das Studium nur 4 Semester und blieb ohne Abschluss. Anschließend trat er ins Militär ein. Diese prägende Zeit verbrachte er überwiegend in Potsdam.

Exemplarisch läßt sich das Verhältnis Wilhelms zu seiner Mutter an diesem Vorfall illustrieren:
Als sein Vater nach kurzer Herrschaft im Juni 1888 seinem Krebsleiden erlag, ließ Wilhelm sofort den Wohnort seiner Mutter, das Schloss Charlottenburg -damals noch vor den Toren Berlins-, von Soldaten umstellen und abriegeln. Ziel dieser Aktion war es, zu verhindern, daß seine Mutter v.a. ihre Korrespondenz nach England bringen ließ.

  1. Der Weltenkampf als Idee im Jahre 1859

Wie in Monarchien auch heute noch üblich, wurde die Geburt des künftigen Thronfolgers am Hofe, in der Gesellschaft und in den Medien freudig begrüßt. Ein besonderes Highlight bildet dabei ein Artikel im Teltower Kreisblatt, einem zur halboffiziösen Amtspresse der preußischen Regierung gehörendem Mitteilungsblatt. In diesem kleinen Artikel ist erstaunlicher Weise schon im März 1859 von einem kommenden „Weltenkampf“ die Rede. Was damit gemeint ist, wird in dem Artikel nicht weiter ausgeführt. Betrachtet man aber die spätere Geschichte Deutschlands und Europas und ordnet diesen „Weltenkampf'“ dort ein, ergeben sich doch interessante Fragestellungen. Preußen war zwar in Deutschland die domininierende Macht, in Europa aber nur eine Mittelmacht, auch gerade im Vergleich z.B. mit England und Russland, ja auch im Vergleich mit Frankreich. War zum damaligen Zeitpunkt in Deutschland schon ein politisches Denken verbreitet, daß für Preußen und damit auch für Deutschland einen „Platz an der Sonne“, wenn nötig auch gewalttätig umgesetzt, forderte, wie es Wilhelm später als Kaiser einmal formulieren sollte?


Zumindest das Denken Wilhelms II. und das seiner Zeit und seiner Zeitgenossen wurde ja auch von solchen Ideen des 1859 angesprochenen Weltenkampfes beherrscht, die darum kreisten, dem Deutschen Reich zur Weltgeltung zu verhelfen. Wie kommt es aber, daß bereits im Geburtsjahr des späteren Kaisers in diesem kleinen Teltower Blättchen von „Weltenkampf“ die Rede ist?

Zunächst gibt es ja die Beobachtung der menschlichen Natur und Kultur, die voller Gewalt und Aggression war und ist, so daß man mit Fug und Recht sagen kann, daß es in der menschlichen Natur liegt, gewalttätig und aggressiv zu sein. Zwar hat der Mensch die Wahl in seinem Handeln, aber oft genug entschied er sich und entscheidet sich noch heute für den Einsatz von Gewalt. Ob dies jedoch ausreicht, die preußisch-deutsche Geschichte zu erklären ist fraglich. Hinzukommen muss wohl noch eine Betrachtung des preußisch Staates und seines Charakters.

»Es ist nicht nötig, daß ich lebe, wohl aber, daß ich meine Pflicht tue«: Immerfort ist dieses Bekenntnis Friedrichs des Großen wiederholt und gerühmt und schon den Schulkindern gepredigt worden, als sei es ein Religionsersatz, die Sinnerfüllung preußisch-deutschen Wesens. Worte eines Königs, der in seiner Jugend gegen den eigenen Vater rebellierte, und von diesem -ja, man muss es so sagen- gebrochen wurde, als dieser Vater den besten Freund seines Sohnes exekutieren ließ.
Es fehlen, anders gesagt, in der von Preußen bestimmten politischen Kultur die besänftigenden, zivilisierenden Gegenelemente; oft genug sind sie sogar als »weichlich« und »weibisch« abgetan und verachtet worden, später auch als „welsch“ oder westlich bezeichnet. Keine Salonkultur hat sich durchsetzen können -auch wenn es durchaus Ansätze dafür gab, die aber spätestens im Wilheminismus untergehen mussten-, wie in Frankreich, die Frauen von Grazie und Geist in den Mittelpunkt rückt; es gibt die großen Zarinnen oder Königinnen nicht, die ihr Zeitalter bestimmen, schon gar nicht eine Maria Theresia, die als österreichische Landesmutter all ihre männlichen Vorgänger und Nachfolger überstrahlte.






Preußen erscheint als ein betont männlicher und soldatischer Staat, gegründet auf den Willen zur Leistung und auf eine prägende Pflichterfüllung, das Glück des einzelnen Menschen, gar Bürgers, zählte da doch kaum. Diese einseitige Formung unserer politischen Kultur, gerade weil sie einst unausgesprochen allgegenwärtig war, dürfte schwerer wiegen als vieles, wovon gemeinhin die Geschichtsbücher erzählen. Man muss genau sein und Pflichterfüllung von der Gewalt unterscheiden; im einen Falle geht es um Disziplinierung – und nicht zu vergessen: ums Recht –; im anderen Falle geht es um den Ausbruch zu Willkür und Chaos. Zu Lebzeiten Friedrichs des Großen, 1776, proklamiert die amerikanische Unabhängigkeits-erklärung »Leben, Freiheit und das Streben nach Glück « als unveräußerliche Grundrechte. Seither sollen Regierungen daran gemessen werden, was sie im Dienst dieser Grundrechte tun oder versäumen. Man kan sich den Gegensatz zum preußischen Pflichtprinzip kaum schärfer denken.

Vor bald 2 Jahrhunderten hat Alexis de Tocqueville in seinem großen Werk »Über die Demokratie in Amerika« geschrieben: 
»Die Lehre vom wohlverstandenen Interesse steht nicht besonders hoch, aber sie ist klar und sicher. Sie erstrebt keine großen Ziele; aber ohne große Mühe erreicht sie alle diejenigen, auf die sie gerichtet ist. Da sie für jeden verständlich ist, begreift und behält jeder sie mühelos. Da sie den menschlichen Schwächen wunderbar angepaßt ist, gewinnt sie leicht überall einen beherrschenden Einfl uß, und es fällt ihr nicht schwer, diesen zu bewahren, denn sie kehrt den Eigennutz gegen ihn selbst und bedient sich zur Lenkung der Leidenschaften seines spornenden Stachels. – Die Lehre vom wohlverstandenen Interesse löst keine großen Opfertaten aus, regt aber täglich zu kleinen Opfern an; für sich allein vermag sie den Menschen nicht zur Tugend zu führen; sie formt aber eine Vielzahl Bürger, die ordentlich, mäßig, ausgeglichen, vorsorgend, selbstbeherrscht sind; und lenkt sie auch nicht unmittelbar durch den . Willen zur Tugend, so führt sie doch durch Gewöhnung nahe an sie heran.«
Tocqueville erklärte dabei, die Lehre vom wohlverstandenen Intersse passe vor allem zum demokratischen Zeitalter und daß sie daher in den Vereinigten Staaten weit stärker zur Herrschaft gelangt sei als in Europa, wo weithin noch die Fürsten regierten. Tatsächlich wird in der Demokratie jeder, der ein leitendes Staatsamt übernimmt, auf das wohlverstandene Interesse eingeschworen, wenn es in der Eidesformel heißt, daß er »den Nutzen des Volkes mehren« und »Schaden von ihm wenden« solle, sei es mit Gottes Hilfe oder ohne sie. Aber was, wenn nicht ihr wohlverstandenes Interesse, war einst der Kompaß für Könige und Kaiser? Wie ist Machiavellis »Principe« zu lesen, wenn nicht als das einschlägige Lehrbuch? Tocqueville selbst betont, daß es sich nicht um etwas Neues handle, und zitiert Montaigne: »Wenn ich dem geraden Weg nicht um seiner Geradheit willen folge, so werde ich ihm folgen, weil ich erfahren habe, daß er gemeinhin schließlich der glücklichste und der nützlichste ist.«
Einen Kernbestand des europäischen Geiestes bildete das vernünftig interessenbestimmte Denken und Handeln, wie er seit Beginn der Neuzeit sich entfaltete. Dies gilt nicht nur in der Politik, für die Theorie und Praxis der Staatsraison, sondern auch oder erst recht in der Wirtschaft . Weil sie das Interesse zum Ausgangspunkt nahmen, sind Adam Smith und David Ricardo zu Klassikern der modernen Wirtschaftslehre geworden, so wie Machiavelli, Thomas Hobbes und John Locke zu politischen Klassikern. Übrigens hat kaum einer der Macht des vernunftbestimmten Interesses so sehr vertraut wie Karl Marx. Diese Macht oder List der Vernunft läßt zunächst die Bourgeoisie und den Kapitalismus triumphieren; dem Proletariat aber gehört die Zukunft , weil es das Interesse der wenigen in das der vielen verwandelt und es dann zum allgemein menschlichen erhebt. Aber auch die, die Marx gefolgt sind in der politischen Praxis, haben sich zur Herrschern über andere aufgeschwungen, und ihre Herrschaft mit Hauen und Stechen verteidigt. So wurde auch dort der Weg der Vernunft für die reine Machterhaltung verlassen.

Im Jahre 1835 schrieb Tocqueville: »Wenn ich den Zustand betrachte, den mehrere europäische Nationen bereits erreicht haben und dem alle anderen zustreben, so bin ich geneigt zu glauben, daß es unter ihnen nur noch Raum geben wird für die demokratische Freiheit oder für die Tyrannei der Cäsaren.« Das erwies sich je länger desto mehr als wahr; das ist und bleibt die Alternative.

Warum aber kam aber die Tyrannei der Cäsaren in Deutschland in Form der Hitlerdiktatur wieder an die Macht? Waren die alten Gewohnheiten und Gewißheiten stärker, war der unterwürfige Untertanengeist und die Herrschsucht im kleinen und im großen Leben der Antrieb dafür? Steckte das Gedankengut vom „Weltenkampf“ aus dem Teltower Zeitungsartikel noch so sehr in den Knochnen und in der Seele? Wenn man denn bei einer Gesamtheit von Menschen -Volk- von Seele sprechen kann. Ja, das kann man. Da gab und gibt es gemeinsame Denktraditionen und Ansichten, Loyalitäten und Kontinuitäten in großer Zahl.

Wilhelm II. erlebte die prägende Zeit seiner Jugend beim Potsdamer Militär und am dortigen Hof, der wiederum von seinem Großvater und der diesen umgebenden Kamarilla aus Adjudanten, Ratgebern, Minister, Pastoren etc. bestimmt war.

-- wird vorgesetzt --

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